Veranstaltungsberichte

Von Wagner zu Schönberg

21.11.2017
Von Wagner zu Schönberg
Wagners Tristan als Wegbereiter der Moderne

Karsten Huschke, Kapellmeister und Studienleiter am Theater Koblenz, referierte in seiner gewohnt unterhaltsamen und äußerst fachkundigen Art über die auf chromatischen Tonleitern beruhende Harmonik von Wagners Tristan und den Einfluss dieser Komposition auf die Komponisten der Moderne - speziell auf Arnold Schönberg.

Schönberg hatte die kompositorischen Ideen aus Richard Wagners Tristan in seiner "spätromantischen Phase" aufgegriffen und fortzuentwickeln versucht, stieß hierbei in der Intention genuin Neues erschaffen zu wollen jedoch an Grenzen. So wurde Schönberg zur Komposition in "freier Tonalität" und später zur Entwicklung der Zwölftonmusik geführt. In diesem Sinne kann Wagners Tristan durchaus als Wegbereiter der Moderne bezeichnet werden.

Karsten Huschke demonstrierte die harmonische Konstruktion von Wagners Tristan und die Entwicklung der Kompositionstechnik bei Schönberg anhand zahlreicher kurzer Beispiele am Klavier sowie als Begleiter der hervorragend aufgelegten Mezzosopranistin Haruna Yamazaki mit Liedern aus Wagners Wesendonck-Liedern und Schönbergs "Das Buch der hängenden Gärten".

Dr. Christian Ubber sei dafür gedankt, dass er erneut die Musikwerkstatt im Alten Zeughaus in Siegburg zur Verfügung gestellt hat.